Während die Donut-Ökonomie ein visuell starkes Zielbild hat, trägt die Gemeinwohl-Ökonomie einen zentralen Pfeiler der Lösung bereits im Namen. Weitere komplementäre Eigenschaften – sowie zahlreiche Gemeinsamkeiten - kamen Ende Mai am Sommertreffen von Economy for the Common Good, ECOnGOOD Schweiz, zur Sprache. Auch erste Ideen für gemeinsame Projekte tauchten bereits auf.
Die Herausforderungen in Anbetracht der aktuellen Weltlage
sind riesig. Systemwandel auf allen Ebenen ist dringend notwendig, um der
Klima- und Biodiversitätskrise sowie den wachsenden sozialen Ungleichheiten und
Ungerechtigkeiten auch in der Schweiz zu begegnen. Höchste Zeit, dass gleichgesinnte
Akteurinnen, Organisationen und Netzwerke ihre Kräfte bündeln! Denn gemeinsam
handeln verstärkt die Wirkung. Das gilt besonders für die Donut Ökonomie (DÖ) und
die Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) mit ihren nah verwandten Konzepten.
Dass die beiden Organisationen das gleiche Ziel anstreben, unterstreichen auch führende
Persönlichkeiten beider Organisationen in gemeinsamen Publikationen auf
internationaler Ebene, z.B. hier:
« Both share a common goal … in order
to put people and planet at the center of the economy to meet the needs of all
within the means of the living planet »
DEAL & ECOnGOOD joint article
Am 30. Mai durfte Karin Mader vom Swiss Donut Economics Network beim
Sommertreffen von ECOnGOOD Schweiz am sonnigen Hallwilersee einen Input machen.
Anschliessend diskutierten die Teilnehmenden Gemeinsamkeiten und Unterschiede
der beiden Konzepte.
Auf der Flipchart-Hälfte mit den Gemeinsamkeiten fanden sich u.a. folgende Zettel:
- Gleiche Grundwerte
- Holistische Perspektive
- Sowohl soziale wie ökologische Aspekte sind berücksichtigt
- Planetare Grenzen als Rahmen
- GDP (Bruttoinlandprodukt) ist das falsche «Mass»
- Beide haben prominente Leitfiguren
- Beide haben Fragen zu ihrer zukünftigen Ausrichtung
- Geldquellen – Geldsorgen
Auf der anderen Hälfte, bei den Unterschieden, standen u.a. diese Punkte:
- Donut ist visuell eingängig – GWÖ hat einleuchtenden Namen
- DÖ orientiert sich stark an Wissenschaft und Forschung und definiert Grenzen und Zielvorgaben – GWÖ definiert Gemeinwohl anhand von Werten und setzt kein Minimum für Gemeinwohl fest
- Anders als DÖ zeigt GWÖ nicht auf, was passiert bei «weiter wie bisher / nichts ändern»
- GWÖ arbeitet mit Gemeinwohlbilanzierungen, Audits und GWÖ-Label – DÖ lehnt Donut als Label dezidiert ab (keine «Donut-Unternehmen», keine «Donut-Städte»)
- DÖ ist v.a. englisch-sprachig – GWÖ ist v.a. deutsch-sprachig (vgl. Herkunft)
Gleich anschliessend, beim Abendessen, sprudelten bereits erste Ideen für gemeinsame Initiativen. Zum Beispiel diese:
· -> Eine Untersuchung oder eine Konferenz zur Frage, welchen Stellenwert Care Arbeit aus der Sicht von Gemeinwohl- und Donut Ökonomie in der Schweiz hat, bzw. haben soll, mit einer Ergebnis-Publikation in Form von Policy-Empfehlungen an die Schweizer Politik.
· -> Eine Veranstaltung zur Frage, was es für den Erhalt des sozialen Friedens in der Schweiz braucht, und welchen Beitrag die Gemeinwohl- und die Donut Ökonomie dazu leisten kann.
· -> Auch gemeinsame Initiativen, um regenerative und distributive Unternehmensformen in der Schweiz zu fördern, wurden angedacht.
Welche Ideen weiterverfolgt werden, ist noch offen.
Unbestritten war am Treffen jedoch, dass sich die Gemeinwohl-Ökonomie, bzw.
ECOnGOOD Schweiz, und die Donut-Ökonomie, bzw. das Swiss Donut Economics
Network, in Zukunft vermehrt zusammentun sollten.
Wir freuen uns schon auf den weiteren Austausch und aufs Konkretisieren
gemeinsamer Initiativen!
Fotos: Markus Riesen, ECOnGOOD und Karin Mader, Swiss Donut Economics Network
Screenshots: Website DEAL: DEAL & ECOnGOOD joint article