Am 21. Oktober 2026 fand im Effinger in Bern ein besonderer Abend statt: Im Rahmen der Global Donut Days luden das Swiss Donut Economics Network, Rethink & React und ReUnite zu einem kollaborativen Workshop ein: "Das Puzzle der planetaren Grenzen" (Planetary Boundaries Fresco).
Dreieinhalb Stunden lang erkundeten rund zehn Teilnehmende gemeinsam den Zustand unseres Planeten: Welche Systeme halten das Leben auf der Erde im Gleichgewicht? Was gerät aus dem Lot? Was bedeutet das für die Menschen, und was können wir tun? Vorwissen brauchte es keines, nur die Bereitschaft, zu verstehen und sich auszutauschen.
Vom Puzzle zum Donut
Die planetaren Grenzen bilden den äusseren
Ring des Donuts, die ökologische Decke. Das Puzzle bleibt aber nicht dort
stehen. Mehrere Karten zeigen, was das Überschreiten dieser Grenzen für die
Menschen bedeutet: Nahrungsunsicherheit, Folgen für die
Gesundheit, Umweltflüchtlinge, zunehmende Ungleichheit, soziale Spannungen und Konflikte. So
wurde sichtbar, dass ökologische Krisen immer auch soziale Krisen sind und dass
sie die Menschen sehr ungleich treffen.
Der Donut
verbindet die ökologische Decke mit dem sozialen Fundament und beschreibt den
sicheren und gerechten Raum dazwischen, in dem alle Menschen gut leben können,
ohne den Planeten zu überlasten.
Gerechtigkeit als roter Faden
Die Frage der Gerechtigkeit zog sich durch den ganzen
Abend, besonders bei der Suche nach Lösungen. Wie sieht eine Ernährung aus, die
innerhalb der planetaren Grenzen bleibt und trotzdem alle satt macht? Wer trägt
die Lasten der Energiewende, hier in der Schweiz und dort, wo die Rohstoffe
dafür abgebaut werden?
Es zeigte sich: Lösungen, die nur die Umwelt im Blick
haben, greifen zu kurz, wenn sie die gesellschaftlichen Grundbedürfnisse ausser
Acht lassen. Genau diese doppelte Perspektive macht den Donut aus.
Der Workshop wurde von Marcus Williams moderiert und lebte von seinem praktischen Charakter:
zeichnen, diskutieren, Verbindungen herstellen.
Komplex, aber zugänglich.
Was solche Abende besonders macht? man ist nicht allein!
"" Gleichgesinnte zu treffen, die sich dieselben Fragen stellen, gibt Orientierung – und Kraft! ""
Fotos: zVg.